Videoeinsatz in Unternehmen

Vom Imagefilm zum eigenen Sender

Unsere Kommunikation hat sich in den letzten Jahren grundlegend gewandelt. Das einseitige Kommunikationsmodell "Sender-Rezipient" hat ausgedient. Was heute zählt, sind Glaubwürdigkeit und die Fähigkeit, Dialoge zu führen. Mit Kunden, mit Mitarbeitern, mit Geschäftspartnern, mit Institutionen, in jeder Branche, online wie offline.

Wachsende Bedeutung kommt hierbei bewegten Bildern zu, sprich Filmen, Videos, Spots etc. und es dauert nicht mehr lange, bis Bewegtbild die Kommunikation in Unternehmen und -rein technisch- das Internet dominieren wird. Unternehmen sollten sich daher mit diesem Kommunikationstool vertraut machen. Je eher, desto besser. Und egal, ob Start-Up, mittelständisches Traditionsunternehmen oder internationaler Konzern.

Ein klassischer Imagefilm ist sicher der einfachste Einstieg in die Welt der bewegten Bilder. Allerdings: mit einem kleinen Filmchen auf der Homepage ist es -insbesondere für werbungtreibende Unternehmen- nicht mehr getan. Denn wo viele das gleiche anbieten, etwa Imagefilme aus der Dose, oder wo mit platten Botschaften geworben wird, wird der Ruf nach dem Speziellen, nach dem Andersartigen laut. Angesichts vieler neuer Medienkanäle und fragmentierter Zielgruppen heißt die neue Währung:

Aufmerksamkeit!

Diese lässt sich u.a. mit Branded Entertainment erregen, Unterhaltung im Auftrag einer Marke. An sich nichts Neues: Schon in den 1930er Jahren bewarb Procter&Gamble mittels Radioserien und später im TV seine Seifenprodukte, daher der Begriff "Soap Operas". Hierzulande erhielt Branded Entertainment Anfang des neuen Jahrtausends neuen Schub, als BMW bekannte Regisseure beauftragte, Kurzfilme zu kreieren ("The Hire"), in denen die Modelle des Autobauers Teil der Story waren. Die Resonanz war enorm, die Umsätze stiegen und die Werbewirtschaft erkannte das Potential "gebrandeter" Unterhaltung mittels Bewegtbild.

Der große Vorteil: Nicht die werbliche Aussage oder etwa ein Logo stehen im Vordergrund (im Unterschied zum Product Placement, als dessen Weiterentwicklung Branded Entertainment gemeinhin gesehen wird), sondern eben der Unterhaltungsaspekt. Und das führt zu Akzeptanz und dazu, dass die Marke glaubwürdig und authentisch wahrgenommen wird. Im Idealfall findet das Videoangebot dann eine Fangemeinde, wird weiterempfohlen und weiterverbreitet (Viraleffekt).

Web-TV, Webserien oder gar Webshows erfreuen sich zunehmender Beliebtheit. Dass ein solcher "Branded Content" hohe Akzeptanzwerte erzielt und bestens geeignet ist, um Zielgruppen auf einer emotionalen Ebene anzusprechen, steht fest. Dass Unternehmen und Marken die Broadcaster von morgen sind, darüber ist sich die Fachwelt ebenfalls einig. Doch klar ist auch, dass der Einsatz von Videos oder Branded Entertainment kein PR- oder Marketing-Allheilmittel ist! Es ist ein zusätzliches Instrument im Kommunikationsmix. Allerdings ein sehr spannendes und zukunftsträchtiges, dem sich kein Unternehmen mehr verschließen sollte.

 

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